Sommerreise 2017

Reisebericht SY Tilda Ann, SVH Berlin

Kopenhagen-Reise vom 30.07.-25.08.2017

 

Nach einem Jahr Segelpause ist für dieses Jahr wieder ein längerer Sommertörn geplant. Im Gegensatz zu den früheren Jahren wollen wir einmal einen Flottillentörn mit einer befreundeten Crew aus dem Verein (SY Kiwi mit Fernando, Dagmar und Diego) ausprobieren. Ziel ist es, nach Kopenhagen in Tagestörns zu segeln, mit genügend Zeit für Bade- und Hafentage.

Das Boot wird über den Winter fit gemacht, insbesondere werden die elektrischen Leitungen und das Bedienpanel erneuert, die Rettungsmittel (Rettungsinsel, Rettungswesten) gewartet und die Seekarten berichtigt (NV-Verlag).

Der Mast wird einige Tage vor der Abreise gelegt. Vereinskamerad Josef kommt wieder für die Kanaltour mit und kann dann noch zwei Tage mitsegeln, bis Marie und die Kinder mit dem Auto nachkommen und Josef nach Berlin zurückfährt.

Spandau

30.07.2017

Pünktlich zu 10.00 legen Josef und ich in der SVH ab, um das Boot nach Stettin zu bringen. Josef kann mich bis zum Dienstag begleiten. Auf der Fahrt treffen wir Rainer Bolz, der sein Boot von der Müritz nach Hause bringt.

Die Schleusen können nach einiger Wartezeit problemlos passiert werden. An der Schleuse Hohensaaten werden wir von der Wasserschutzpolizei kontrolliert, die seit langem vorbereitete Kladde mit allen Unterlagen kann endlich zum Einsatz kommen, die Augen des Beamten leuchten….. Wir können die Tour ohne Beanstandung fortsetzen.

Am Sonntag kommen wir nachmittags im AZS in Stettin an, Mast stellen wird für den nächsten Morgen vereinbart.

 

01.08.2017

Bei wenig Wind motoren wir zuerst zum Stettiner Haff, können dann für einige Stunden unter Blister mit 3 Knoten Fahrt Richtung Ückermünde segeln. Leider ist der Wind nicht stark genug, um komplett unter Segeln nach Ückermünde zu kommen, so müssen wir den Motor zu Hilfe nehmen, um noch im Hellen anzukommen. Das Anlegen im Kanal ist wegen der Strömung gar nicht so einfach.

Gesamt 42 sm, Segel 18 sm, Motor 24 sm

Blister2

02.08.2017

Heute steht nur ein kurzer Schlag nach Mönkebude an. Josef und ich nutzen den Blister, um bei sehr schwachem Wind nach Mönkebude zu treiben. Ich nutze die Flaute, um vom Boot aus zu baden. Dabei versuche ich, die nicht funktionierende Logge wieder in Gang zu setzen. Sie dreht sich, zeigt aber leider nichts an.

Abends kommt Marie mit den Kindern mit einem Mietwagen, und Josef fährt noch nachts zurück.

Gesamt 8 sm, Segel 6 sm, Motor 2 sm

 

03.08.2017

Nach einem Hafentag mit Baden und Eis in Mönkebude wollen wir nach Karlshagen, um die Cousins und Cousinen der Kinder zu treffen. Bei frischem Wind geht es unter Segeln nach der Zecheriner Brücke nach Wolgast, dann nach Karlshagen, wo wir rechtzeitig vor dem Gewitter anlegen. Wir haben Glück und können den letzten freien Platz ergattern.

Hier bleiben wir einige Tage, da die Kinder ihre Verwandten besuchen und die ihnen vertraute Umgebung erkunden wollen. Für uns ist es das erste Mal im Hafen von Karlshagen, es gefällt uns hier aufgrund der Infrastruktur ganz gut.

Gesamt 30 sm, Segel 20 sm, Motor 10 sm

Nutella klein

04.08-06.08.2017 Karlshagen

Wir bleiben drei Nächte in Karlshagen, da die Kinder mit der Verwandtschaft spielen und baden wollen. Zudem warten wir auf einen günstigen Wind für die Fahrt nach Stralsund.

Am 06.08. wollen wir dann weiter, trotz des angesagten frischen Windes aus West. Es werden 5-6 Bft erwartet. Nach Einbinden des zweiten Reffs im Groß versuchen wir uns auf die Querung des Greifswalder Boddens. Schnell wird klar, dass der Kurs Stralsund nur mit langwieriger Kreuz bei kabbeliger See möglich wäre, so dass wir nach Lauterbach segeln. Später erfahren wir, dass auch Böen mit 7 Bft die See entsprechend aufgewühlt haben.

Gesamt 20 sm, Segel 18 sm, Motor 2 sm

 

07.08.2017

Heute geht es mit wesentlich freundlicherem Wetter nach Stralsund. Zum Teil müssen wir bei leichtem Wind gar den Motor anwerfen, damit wir überhaupt vorwärts kommen. Seglerin Mathilda macht Ellen Mac Arthur Konkurrenz als Einhandseglerin.

Gesamt 23 sm, Segel 20 sm, Motor 3 sm

Mathilda McArthur klein

08.08.2017

Wir haben uns mit den Crews der Kiwi (Fernando, Dagmar und Diego) und der Gianna (Roland und Vincent) in Vitte auf Hiddensee verabredet. Bei frischem bis starkem Wind fahren wir raumschots Richtung Hiddensee, der Top-Speed ist 7,4 Knoten SOG!

Das standesgemäße SVH-Treffen findet dann am Abend am Strand und am Grill statt.

IMG_4415klein

Die Gianna-Crew läuft am 09.08. wieder aus, die Crews der Kiwi und der Tilda Ann gehen noch einmal baden.

Gesamt 17 sm, Segel 16 sm, Motor 1 sm

 

10.08.2017

Bei moderatem Wind fahren wir heute nach Klintholm. Angesagt sind 3-4 Bft aus West. Mit Genua und Groß können wir ohne Wende den Kurs anliegen. Die Kiwi-Crew hat sich verzockt – der Vorsprung durch einen tieferen Kurs wird mit zwei Wenden vor Klintholm wieder verspielt, so dass wir zeitgleich in den Hafen einlaufen.

Gesamt 37 sm, Segel 35 sm, Motor 2 sm

 

11.08.2017

Heute regnet es, wir überlegen uns, ob wir weiterfahren sollen. Allerdings müssen wir uns etwas beeilen, nach Kopenhagen zu kommen, so dass wir dann doch gegen 11.00 Uhr Richtung Rödvig ablegen. Die Rundung von Möns Klint erfordert einige Kreuzschläge und viel Zeit, da der Wind genau aus Nord kommt. Kurz vor Erreichen von Rödvig flaut der Wind ab, so dass wir die letzten 5 Meilen motoren. Der Hafen ist gut gefüllt, jedoch finden wir noch zwei freie Plätze.

Gesamt 27 sm, Segel 21 sm, Motor 6 sm

Frühstück klein

12.08.2017

Der Wind hat auf West gedreht, aber es ist immer noch regnerisch. Wir nehmen die letzte Etappe nach Dragör in Angriff. Bei 4-5 Bft aus West können wir mit Fock und Groß halbwinds nach Dragör, wo wir um 16.00 Uhr im alten Fischereihafen ankommen. Gerade noch rechtzeitig, da es kaum noch freie Plätze gibt, wir finden noch Platz an einer Muring. Die nach uns einlaufenden Boote kommen nicht mehr unter und müssen in die benachbarte Marina ausweichen.

Gesamt 25 sm, Segel 24 sm, Motor 1 sm

Öresundbrücke klein

13.08.-15.08.2017

Wir bleiben drei Tage in Dragör. Der Hafen gefällt allen sehr gut, insbesondere die Kinder kommen auf ihre Kosten, gibt es doch einen tollen Spielplatz, einen Strand sowie als besondere Attraktion eine Plattform im Hafenbecken, von der Krebse gefangen werden können.

Mit dem Bus fahren wir in die Stadt zum Sightseeing, natürlich ist auch ein Tag im Tivoli Pflicht. Die beiden Frauen fahren am letzten Tag noch einmal zum Museumsbesuch nach Kopenhagen, die Männer machen mit den Kindern einen Hafen- und Badetag.

Dragör Havn 4 klein

16.08.2017

Heute geht es wieder Richtung Heimat. Wir werden einen längeren Schlag nach Klintholm segeln, unter Groß und Genua geht es mit Rauschefahrt und Schiebestrom zeitweilig mit 7,2kn Richtung Süden. Bei abnehmendem Wind kommt der Blister zum Einsatz, so dass wir gut Strecke machen können.

Gesamt 45 sm, Segel 43 sm, Motor 2 sm

 

17.08.2017

Hafentag in Klintholm. Die Damen machen einen Fahrradausflug zum Geocenter und zu den Kreidefelsen von Mön, während die Rest-Crew ein Dinghi-Race veranstaltet sowie am Strand abhängt. Abends dann sintflutartiger Regen.

 

18.08.2017

Um 10.00 Uhr legen wir bei Nieselregen und diesiger Sicht ab, Ziel ist Glowe. Zuerst segeln wir mit Fock und Groß, später mit abnehmende Wind Wechsel auf Genua. Wir können die halbe Strecke segeln, danach schläft der Wind ein und der Motor muss mal wieder ran.

Die Fähre Huckleberry Finn passieren wir kurz vor dem Bug, allerdings nicht ohne uns über Funk mit ihnen abgestimmt zu haben.

Beim Genuawechsel ca 15sm südöstlich von Klintholm kommen plötzlich einige Schweinswale in Sicht, 2-3 Tiere schwimmen mehrere Minuten ums Boot und begleiten uns ein Stück. Die Kinder sind fasziniert.

Gegen 19.00 kommen wir in Glowe an, die Kiwi Crew war etwas vor uns da.

Gesamt 45 sm, Segel 25 sm, Motor 20 sm

 

19.-21.08.2017

Wir bleiben drei Tage in Glowe. Aufgrund der wenig einladenden Wetteraussichten bleiben wir bis Dienstag hier, um dann einen längeren Schlag Richtung Swinemünde zu wagen.

 

22.08.207

Heute geht es weiter mit einem langen Schlag von Glowe nach Swinemünde. Der Wind kommt von achtern, mit Fock und Groß laufen wir raumschots eine sehr gute Geschwindigkeit. Leider ist die Logge defekt, das GPS zeigt einen konstanten Speed von 6-7 kn an, auf einer Welle surfen wir gar mit fast 8 kn dahin!

Welle Rügen klein

Vor dem Königsstuhl werden wir noch von einem Marineschnellboot ziemlich nah überholt, der Dampfer hatte als Heimathafen Bahrein aufgemalt, ob der sich wohl verfahren hat?

Während der Rest der Crew mit leichter Seekrankheit zu kämpfen hat (der Käptn, Nautiker, Mechaniker und Smut musste auf Anweisung der Mannschaft Nudelsuppe kochen, danach war ihm übel…), verlangt Annika nach Nachschlag und fühlt sich unter Deck pudelwohl.

Mathilda geht unter vollem Körpereinsatz Ruder, während der Multifunktionsmitarbeiter mal wieder Brote schmiert, navigiert und den Radiosender neu einstellt….

Rudergängerin klein

Im Abendlicht laufen wir dann in Swinemünde ein, offensichtlich wird unsere Einfahrt vom Strand in Misdroy aus beobachtet, denn unsere Berliner Nachbarn sind dort in der Ferienwohnung und wollen uns morgen treffen.

Gesamt 55 sm, Segel 53 sm, Motor 2 sm

 

23.08.2017

Während die Kiwi-Crew schon früher ablegt, treffen wir uns an Bord mit Piotr, Doro, Emilia und Julius aus Berlin. Die Freunde bleiben bis mittags, dann legen wir nach Auftanken ab, um Richtung Stettin zu segeln. Mit ausgebaumter Genua und Groß können wir bis zur Tonne 30 segeln, danach schläft der Wind ein und wir werfen den Motor an, damit wir noch im Hellen ankommen.

Um 20.00 Uhr sind wir in Stettin und bekommen einen der letzten Plätze im AZS. Mast legen wird für den nächsten Tag um 11.00 Uhr verabredet.

Gesamt 36 sm, Segel 15 sm, Motor 21 sm

 

24.08.2017

Pünktlich zu 11.00 sind wir am Kran, und um 12.30 geht es unter Motor Richtung Berlin. Diego von der Kiwi kommt ein Stück mit bis Garz, dann wird er wieder auf das Boot seiner Eltern umsteigen. Die Kinder verwandeln den Salon in eine Höhle. Nach Eis essen in Garz und einem kurzen Sprung ins Wasser fahren wir noch bis Stützkow zu einem einfachen Anleger, kurz bevor es dunkel wird.

 

25.08.2017

Um 07.30 geht es wieder weiter, wir kommen zügig durch die Schleusen und das Schiffshebewerk. Um 20.00 sind wir in der SVH.

Angekommen klein

Fazit: Der Törn war anstrengend, da die Kinder auf den langen Strecken beschäftigt werden wollten. Relaxen war nur kurz drin. Das Wetter war nicht so schlecht wie befürchtet, wir mussten nur drei wetterbedingte Hafentage einlegen.

Die Fahrt mit einer befreundeten Familie hat sich bewährt, die Kinder hatten so immer Spielkameraden. Das Treffen mit der Gianna Crew auf Hiddensee war zwar kurz, aber auch schön. Dies könnte durchaus noch ausgebaut werden.

Bis auf die nicht funktionierende Logge gab es keine technischen oder navigatorischen Schwierigkeiten, das Boot hat sich wieder mal bewährt.

Im Seebereich konnten wir insgesamt 374 Seemeilen zurücklegen, davon 299 Seemeilen unter Segel und 75 Seemeilen unter Motor.

Die Binnenkilometer Berlin – Stettin – Berlin sind nicht extra aufgeführt.

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