Sommerreise 2021

Christiansö

Nach der Urlaubs-Segelpause im letzten Jahr wurde im Familienrat beschlossen, den Sommerurlaub 2021 wieder auf dem Wasser zu verbringen. Diesjähriges Ziel ist Bornholm. Das Boot wurde zu diesem Zweck auf Vordermann gebracht, so wurden z.B. der Motor gewartet, die Rettungsinsel und die Rettungswesten in den Service gegeben, die Seenotsignale ersetzt sowie die Karten aktualisiert.

Nach Mast legen und Verproviantierung wollten wir am Sonntag 18. Juli 2021 los. In diesem Jahr sollte im Anschluss an unseren Törn das Boot wieder für eine Woche an Vereinskamerad Josef übergeben werden, der mit seiner Tochter Elena im Bodden segeln und dann die Rückfahrt durchführen wollte. Zeitgleich mit uns unterwegs sind Sebastian und Sarah mit Tochter Martha, wir werden uns unterwegs einige Male treffen.

Binnen

Havel-Oder-Wasserstrasse

Sonntag 18. Juli

Die Fahrt zur SVH unternahmen wir mit dem Taxi, da das Auto zuhause bleiben sollte. Das Gepäck sowie der Proviant wurden schon am Tag zuvor mit dem Auto zur SVH gebracht, so dass nur noch das Handgepäck übrig war.

Ablegen von der SVH um 11.30 Uhr. Die Schleusen Spandau und Lehnitz konnten nach kurzer Wartezeit passiert werden, so dass wir schon um 19.30 Uhr in Marienwerder (welches jetzt Marienhafen heißt) anlegten. Das Restaurant dort ist nach wie vor empfehlenswert, und fürs Frühstück können bei der Hafenmeisterin Brötchen bestellt werden – mit einem netten Aufkleber „Einen wundervollen Guten Morgen Tilda Ann“ – so beginnt der Tag entspannt und in Urlaubslaune.

Montag 19. Juli

Abfahrt um 09.00. Am Schiffshebewerk müssen wir eine halbe Stunde warten, die Schleuse Hohensaaten kann ohne Wartezeit passiert werden. Der Schleusenwärter macht sogar noch einmal das Tor für den Nachzügler (IF-Boot auf). Heutiges Tagesziel ist Schwedt, da für die Einreise nach Polen Covid-Tests für die nicht geimpften Kinder erforderlich sind. Das Risiko, an der Grenze zurückgeschickt zu werden, wollten wir nicht eingehen. In Schwedt versuchten wir noch abends erfolglos, den Test machen zu lassen, das ausgewiesene Testzentrum war leider entgegen der Angaben im Internet um 18.00 Uhr schon zu – der Marsch quer durch Stadt daher leider erfolglos.

Dienstag 20. Juli

Am nächsten Morgen war dann in der Nähe des Hafens beim DRK ein Test möglich, so dass wir dann gegen 11.00 Uhr in Schwedt ablegen konnten. Die Fahrt zum AZS in Stettin wurde mit einem Stop in Garz unterbrochen, da die Crew die dortige Eisdiele am Hafen in guter Erinnerung hatte. Bei der Weiterfahrt treffen wir kurz vor dem Ziel auf Rudolf und Annette, die sich bereits mit gelegtem Mast wieder auf die Heimreise begeben haben. Um 16.00 Uhr Ankunft im AZS. Dort stellen wir fest, dass neue Schwimmstege für die Durchreisenden installiert wurden, allerdings noch ohne Wasser und Strom. Wir treffen auch auf Robert, den wir schon seit mehreren Jahren kennen, und werden zu ihm und Ula nach Hause eingeladen. Dort zeigt er stolz den Rumpf einer Vilm, den er im Vorgarten selbst ausbaut. Daneben hat er noch einen alten Bus geparkt, der zu einem Imbiss ausgebaut werden soll. Das „Wohnmobil“ der Familie, ein selbst ausgebauter Reisebus, parkt in der Firma. Respekt! Mathilda, Marie und Robert gingen abends noch kurz im Hafen schwimmen.

Im Akademischen Segelverein Stettin AZS

Buten – Stettin bis Rönne

Erster Schlag unter Segeln

Mittwoch 21. Juli

An den Kran um 08.00. Während die Kinder duschen gehen, stellen wir den Mast und schlagen die Segel an. Um 11.00 Uhr können wir weiter. Unter Segeln können wir am Wind den Dammschen See befahren, bis zur Einmündung in die Oder. Danach unter Motor weiter, da der Wind hier einschläft. Auf dem Haff werden die Segel wieder ausgerollt, bis zur Einfahrt in die Kaiserfahrt. In Swinemünde kommen wir um 18.00 Uhr an, allerdings ist die Marina gut belegt, wir finden nur noch einen Platz am ersten Steg nach der Einfahrt (Steg 10), dort ist es allerdings sehr unruhig. Am Steg liegt bereits Torsten mit Freundin, sie wollen ebenfalls nach Bornholm. Abends noch Essen im Hafenrestaurant.

Donnerstag 22. Juli

Morgens verholen wir das Boot auf die Waldseite des Hafenbeckens, wo wir sehr viel ruhiger liegen. Wir legen eine Badepause am Strand ein, und ich besorge noch Diesel an der Straßentankstelle, da die Hafentankstelle leider geschlossen ist. Abends haben wir uns mit den Berliner Freunden Doro und Piotr verabredet, die in der Nähe ein Ferienapartment haben. Wir essen wieder im „Mückenrestaurant“, welches im Wald Richtung Strand liegt und welches wir bereits von früher in guter Erinnerung haben. Es wird ein netter Abend.

Freitag 23. Juli

Frühe Abfahrt um 06.30 Uhr Richtung Rönne. Leider weht der Wind nur schwach. Die ersten drei Stunden segeln wir dennoch, aber als am späten Vormittag gegen 11.00 Uhr der Wind einschläft, müssen wir den Rest der Strecke leider motoren. Das AIS bewährt sich wieder bei der Querung des TSS südlich von Bornholm, da mehrere schnelle Schiffe (unter anderen auch die AIDA) auf uns zu kommen. Gegen 21.00 Uhr kommen wir in Rönne an. Der Yachthafen ist gut belegt, wir können aber provisorisch an einem Kopfsteg anlegen. Abends telefonieren wir mit Sebastian und Sarah, sie sind schon in Hammerhavn. Wir planen, uns dort übermorgen zu treffen.

Samstag 24. Juli

Wir bleiben in Rönne und können das Boot in eine freie Box verholen. Nach dem Frühstück geht es zum Stadtbummel zum Eis essen und Schmuck kaufen, gehen an den Hafenstrand und treffen alte Bekannte. So entdeckt Annika die Familie auf dem Folkeboot vom VSJ, die wir vor zwei Jahren bereits in Rügen getroffen hatten. Später laufen dann noch Christiane und Ralf vom SVST mit der „Sturmvogel“ ein. Ich bunkere noch 30l Diesel an der Hafentankstelle. Nachmittags kann ich noch den Wetterempfänger wieder empfangsbereit machen – der Stecker am Gerät war nicht richtig verlötet, und die Sicherung zur Aktivantenne war durch.

Swinemünde früh am Morgen

Bornholm – Kröllebölle bis Erbseninseln

Die Crews der „Tilda Ann“ und der „Andi“

Sonntag 25. Juli

Heute geht es weiter nach Hammerhavn. Sebastian und Sarah sind bereits dort. Die Abfahrt verschiebt sich jedoch aufgrund eines dringenden Einkaufswunschs der Crew auf 11.00 Uhr. Kurz nach Verlassen des Hafens müssen wir unter Segel ein „Sonnencreme über Bord“-Manöver fahren. Ohne Vorwarnung und nach langer Übungspause können wir die Dose im zweiten Versuch mit dem Kescher einfangen.

Die kurze Strecke können wir gut segeln. Um 13.45 kommen wir bereits an. Der Hafen ist relativ voll, wir finden jedoch direkt neben Sebastian und Sarah eine schmale Box, die für die großen Boote zu schmal war. Es zahlt sich halt manchmal aus, ein etwas kleineres Boot zu haben…. Wir erkunden die Umgebung und machen einen Ausflug zum Leuchtturm und zum Marmorsee, der verlockend im Abendlicht glitzert. Mathilda springt dann auch gleich in den See. Das Abendessen nehmen wir zusammen mit Sebastian und Sarah auf der Hafenmole ein, mit uns sehen sich viele Crews den Sonnenuntergang an.

Montag 26. Juli

Wir bleiben noch einen Tag. Mathilda und Marie gehen noch einmal im Bergsee schwimmen. Danach gibt es Frühstück, und wir laufen zur Burgruine. Das neue Besucherzentrum fügt sich gut in die Landschaft ein, ist von See gut zu sehen. Das dortige Restaurant bietet eine annehmbare Küche an.

Der Wetterbericht sagt für die nächsten Tag Starkwind aus West an. Wir können daher leider wohl nur einen Tag in Christiansö, unserem nächsten Stopp, bleiben.

Sonntag 27. Juli

Weiterfahrt nach Christiansö um 08.30 Uhr. Sebastian und Sarah waren einen Tag in Allinge, und sie wollen sich dann auf den Erbseninseln mit uns treffen. In der Hafeneinfahrt steht zwar das Groß, und die Genua ist wenig später ausgerollt. Leider gibt es zu wenig Wind, um die Strecke zu segeln. Wir motoren daher und sind um 12.00 Uhr dort. Christiansö ist gut belegt, wir gehen gleich nach der Hafeneinfahrt backbord an eine Heckboje. Leider ist der Platz nicht optimal, da wir bei Schwell leicht den Grund berühren. Später am Abend wird noch eine Heckboje vor der Fischbude frei, und dort hat es genügend Wassertiefe. Die Kinder und Marie baden an der Badestelle, und Annika traut sich zum ersten Mal, vom Sprungbrett (ca 3m) zu springen.

Badestelle auf Christiansö

Hafentage und Starkwind

Hafentage unter der Hafenplane

Montag 28. Juli

Der Wind soll im Laufe des Tages zunehmen, für die nächsten Tage ist Starkwind aus West angesagt. Wir verlassen daher schweren Herzens Christiansö vorzeitig und segeln nach Svaneke. Wir legen um 11.30 Uhr mit starkem Seitenwind ab, können uns aber am luvseitigen Boot entlanghangeln. Mathilda heuert auf der „Andi“ bei Sebastian und Sarah an und darf einen Teil der Strecke steuern.

Wir folgen in gebührendem Abstand und kommen etwas später gegen 14.30 Uhr an. Der Hafen ist ebenfalls gut belegt, wir legen uns zuerst ins Päckchen zu Sebastian und Sarah als drittes Boot an einem polnischen Dampfer. Dessen Skipper ist nicht sehr glücklich darüber, dass zwei Familien über sein Teakdeck laufen, und spricht uns später an, dass er ja um 04.00 Uhr los wolle……Später wird noch ein Platz an der Kaimauer frei, so dass wir unsere beiden Boote verholen. Wir essen Fish und Chips und trinken noch einen Gin Tonic mit Sebastian und Sara. Doch Rache ist süß…. Punkt 04.00 Uhr piept im Cockpit des Polen der Tiefenalarm penetrant. Nach 10min stehe ich auf und klopfe auf den Rumpf mit der Bitte, den Alarm abzustellen. Der Skipper drückt daraufhin längere Zeit auf den Anzeigen rum, bekommt es aber nicht endgültig hin, nach einer nachdrücklichen Ansage meinerseits scheint es irgendwie zu klappen, um 05.00 Uhr immerhin legen sie dann ab.

Dienstag 29. Juli bis Sonntag 1. August

Wir bleiben noch einige Tage in Svaneke. Im Hafen messen wir Böen bis 7 Bft. Die örtliche Eisdiele wird ausgiebig getestet, wir baden im „Paradies“ (so heißt die Badestelle bzw. das dortige Café), gehen essen und machen einen Ausflug mit dem Bus nach Gudhjem, kaufen einige Schallplatten und weitere Gegenstände auf dem Flohmarkt.

Das Haus, in dem sich die etwas abgeranzten Sanitäranlagen befinden, wird zurzeit umgebaut, hoffentlich wird das beim nächsten Mal fertig sein. Immerhin gibt es Waschmaschinen, so dass wir die Wäsche waschen können. 200m entfernt gibt es einen sehr guten Bäcker, hier kaufen wir mehrfach Brötchen und Brot.

Mathilda testet ausgiebig den Sprungturm im Hafen und traut sich auch, von ganz oben (ca. 5m) zu springen.

Skipper:innen unter sich

Rückreise

Skipperin und Co-Skipperin in Action

Montag 2. August

Sebastian und Sarah sind bereits am Sonntag nach Snoegebaek vorgefahren. Wir wollen uns dort eigentlich noch einmal mit ihnen treffen. Um 10.00 Uhr legen wir ab, allerdings ist der Wind immer noch recht frisch und wird an der Leeküste noch umgelenkt, so dass wir hoch am Wind nach Süden fahren. In Höhe von Nexö pustet der Wind kräftig, so dass wir uns gegen Snoegebaek und für Nexö entscheiden. Um 11.30 sind wir bereits da. Bei der Einfahrt in den Hafen hören wir ein „Mayday“ des Segelschiffs „Moby Dick“. Kurz darauf wird es vom Seenotkreuzer in den Hafen geleitet, ein Krankenwagen wartet an der Pier. Abends weht die Flagge auf Halbmast….

Dienstag 3. August

Hafentag in Nexö. Wir treffen Nortrud und Friedel wieder (sie waren auch bereits in Svaneke), ein älteres Paar mit einer Haber 660. Er fährt den ganzen Sommer einhand, und sie ist dann einige Wochen mit dabei. Ansonsten lassen wir die Kinder noch einmal auf Corona testen, da wir das Boot nach Sassnitz bringen wollen und für die Einreise für Nichtgeimpfte ein negativer Test erforderlich ist.

Mittwoch 4. August

Wir legen um 07.00 Uhr ab und machen uns an die Überfahrt nach Sassnitz – mal wieder Ententeich. Mehrere Versuche, doch noch zu segeln, scheitern am mangelnden Wind. Der versprochene Winddreher mit Schiebewind aus NO bleibt leider aus, der zurechtgelegte Blister wird daher leider nicht mehr zum Einsatz kommen. Nach einem kurzen Badestop am Windpark Arkona erreichen wir abends um 18.30 Uhr Sassnitz. Hier endet unser Sommertörn 2021.

Wir parken neben Nortrud und Friedel ein, die in der Nacht zuvor gefahren sind, allerdings bei viel Schwell. Von dem mittlerweile neu errichteten Sanitärtrakt sind wir begeistert, hier gibt es auch Waschmaschinen und einen Brötchenservice. Der Fischkutter „Manfred“ im Hafen bietet ein sehr gutes Abendessen.

Donnerstag 5. August

Die Kinder und Marie fahren heute mit dem Zug (bzw. mit dem Busersatzverkehr) nach Hause. Ich werde das Boot noch saubermachen und einige weitere Dinge erledigen (tanken, Öl und Wasser nachfüllen etc.), damit das Boot an Josef und Elena übergeben werden kann. Abends treffe ich noch Carsten vom Segelstammtisch, der mit Freundin und einer Bekannten rund Rügen segelt. Ich treffe mich abends mit ihnen beim Italiener am Hafen, das Essen dort ist allerdings eher mittelmäßig.

Freitag 6. August

Mittags kommen Josef und Elena. Wir essen noch auf dem Fischkutter „Manfred“ im Hafen (sehr empfehlenswert) und ich mache mit Josef eine kurze Bootsübergabe. Um 15.39 Uhr nehme ich den Busersatzverkehr, danach zweimal Zug bis zum Südkreuz, wo ich pünktlich ankomme und von der Familie abgeholt werde.

Ententeich – Motor an!

Fazit

Es war ein schöner Törn, wenngleich der Wind nicht immer passte. Entweder gab es zu wenig, oder zu viel Wind, so dass einige Strecken leider motort werden mussten, bzw. Hafentage eingelegt wurden. Die Anzahl der Seemeilen im Revier betrugen 209, nicht eingerechnet sind hier die Kilometer im Binnenrevier.

Abschluss-Schlag

Heute ist der letzte Segeltag. Wir werden das Boot nach Stralsund bringen, so dass Josef und Griselda ab dem Wochenende übernehmen können.

Ab Ralswiek können wir überwiegend segeln, im Jasmunder Bodden ist der Wind eher flau, Richtung Wittower Fähre dann kurz unter Motor. Der Wind frischt bei Hiddensee wieder auf, feinstes Abschluss-Segeln! Wir lassen das Boot auf dem Dänholm, da in Stralsund der Bär steppt (Wallenstein-Tage). So kommen die Kids noch auf den Rummel…..Morgen kommt Josef mit dem Auto, dann geht es wieder nach Hause.

Piraten

Nach fünf entspannten Tagen in Vitte mit netten Nachbarn und ausgiebigen Bade- und Schlauchbootaktivitäten fahren wir heute nach Ralswiek. Karten für das Störtebeker Spektakel wurden schon vorab besorgt. Die Hälfte der Strecke musste leider gegenan motort werden, im Jasmunder Bodden können wir dann endlich wieder segeln. Bei der Einfahrt nach Ralswiek nehmen wir die Untiefentonne auf der falschen Seite, da wird es schnell flach…Dieser Fehler passiert nicht nur uns, wie wir feststellen müssen. Die Show beginnt um 20.00 Uhr, der Jolly Rogers ist schon mal vorgeheißt!

Hiddensee

Wir haben eine Planänderung beschlossen: Die Kinder wollen baden und keine langen Strecken segeln. Warum dann in die Ferne schweifen? Wir werden nun also einige Tage auf Hiddensee bleiben und planen, die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek zu besuchen, für uns ein Novum. Der Crewwechsel ist nun für Freitag kommende Woche in Stralsund angepeilt.