Sommerreise 2022

Gager und Hagensche Wiek

Auch in diesem Jahr sollte wieder eine Sommerreise mit unserer Drabant 27 Tilda Ann erfolgen. Eine befreundete Berliner Seglerfamilie aus der Nachbarschaft mit zwei Teenagern im Alter unserer eigenen Kinder wollte erstmalig auf eigenem Kiel (SY Maya) die Kanalfahrt nach Stettin und die weitere Erkundung der Usedomer und Rügenschen Gewässer durchführen. Es wurde beschlossen, einen Teil der Reise gemeinsam zu gestalten.

Das Boot wurde wie in jedem Jahr mit verschiedensten Upgrades, Instandsetzungs—und Wartungsarbeiten fit gemacht. Ganz oben auf der Wunschliste stand jahrelang eine elektrifizierte Kühlbox, welche nun endlich im Frühjahr eingebaut werden konnte – nie mehr lauwarmes Bier!

Eine weitere Aktualisierung betraf die Segelgarderobe – aus dem Segeln-Forum konnte eine quasi fabrikneue Rollreffgenua zum halben Neupreis erstanden werden – dieses Segel hat super funktioniert und wurde ausschließlich für diesen Törn verwendet.

Daneben wurden aktuelle Seekarten beschafft, die Starterbatterie getauscht, die Hafenplane repariert, und es wurden die Lenzpumpe und der Motor gewartet, sowie ein neues Mastkabel für die Funkantenne in die Mastnut eingezogen. Letzteres benötigte vier Versuche, bis das etwas zu dünne Funkkabel, versehen mit einem PE-Schlauchüberzug aus dem Druckluftzubehör, in die entsprechende Aussparung eingeführt und dort auch fixiert werden konnte. Die Sprayhood musste neu befestigt werden, und die erforderliche Gasprüfung mit Austausch der Gasschläuche musste durchgeführt werden. Dazu bedurfte es einer Reparatur des Gasherdes, denn die Verbindung vom Schlauch zum Herd war leider undicht, dies konnte jedoch unbürokratisch vom Fachmann mit einem neuen Schneidring versehen und somit abgedichtet werden. Die Gasprüfung wurde danach mit Bravour bestanden.

Einen Tag vor Abfahrt fiel zudem auf, dass die Kühlwasserpumpe des Motors tropfenweise leckte. Es zeigte sich schnell, dass nicht der Deckel der Pumpe, sondern die Wellendichtung an der Riemenscheibe undicht wurde, und dass ein Ersatz der Pumpe in Kürze erforderlich wird. Es konnte noch kurzfristig eine Austauschpumpe bestellt werden, diese sollte an den Hafenmeister der Marina Mönkebude am Stettiner Haff geliefert werden.

Der Abfahrtstermin verzögerte sich wegen diverser Termine und positiver Coronatests geringfügig, am Sonntag 24.07.2022 sollte es dann endlich losgehen. Wie in früheren Jahren war der Großteil des Gepäcks und der Proviant bereits an Bord, so dass wir nur noch mit „Handgepäck“ mit dem Taxi zur SVH fahren mussten.

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Abfahrt und Hindernisse

So kann der Urlaub losgehen – Brötchen in Marienwerder

Sonntag 24.07.

Ablegen um 12.00 in der SVH. Die Schleuse Spandau kann ohne Wartezeit passiert werden. Die befreundete Berliner Familie mit ihrer Delanta 80 „Maya“ treffen wir um 13.00 Uhr am Tegeler See. Die Schleuse Lehnitz kann ebenso mit nur minimaler Wartezeit passiert werden (aufgrund des Wassermangels warteten einige Boote schon 2 Stunden, wir hatten Glück und konnten schon nach 5 Minuten einfahren). Um 19.00 Uhr Ankunft in Marienwerder. Auch hier hatten wir wieder Glück und konnten sowohl einen Liegeplatz und sogar noch zwei Tische im vollbesetzten Restaurant ergattern, sowie Brötchen für das Frühstück bestellen.

Montag 25.07.

Ablegen um 08.00. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen hat die SY Maya ein Problem mit dem Motor, sie hat keinen Vortrieb mehr. Es stellt sich heraus, dass die Gummikupplung (Hardyscheibe) diskonnektiert ist. Das Boot wird kurzerhand an die Leine genommen, und der Skipper der Maya schraubt die Kupplung wieder fest, so dass Maya nach 30 Minuten Schlepp wieder aus eigener Kraft fahren kann. Wie sich zeigen wird – nicht von Dauer…

Nach ereignisloser Fahrt zum Schiffshebewerk (Wartezeit 1.5 Stunden) passiert das gleiche Malheur bei der Ausfahrt aus der Schleusenkammer, und Maya muss wieder geschleppt werden. Der Reparaturversuch hält dann noch bis zur Einfahrt in die Schleuse Hohensaaten, hier treibt Maya antriebslos Richtung Schilf und muss wieder an den Haken. Dieses Mal für die ganze Strecke nach Schwedt, wo wir um 18.00 ankommen. Der Hafen in Schwedt hat zwar neue Gebäude, die Situation für Gastlieger hat sich leider verschlechtert, da nur noch wenige Gastliegerplätze vorhanden sind, und die wenigen Plätze für unseren Tiefgang kaum ausreichen. Nach kurzer Diskussion mit dem Hafenmeister können wir dann einen eigentlich nicht frei verfügbaren Liegeplatz für die Nacht belegen. So richtig begeistern können wir uns für diesen Hafen nicht.

Dienstag 26.07.

Das Ablegen um 08.30 gelingt mit tatkräftiger Hilfe eines Nachbarboots mit der langen Schleppleine, welche schwimmend zur Maya verbracht wird, so dass wir das Boot aus der Box ziehen können (der Tiefgang der Tilda Ann verhindert, dass wir näher kommen können). Nach dem obligatorischen Zwischenstopp in Garz (zum Eis essen) kommt der Schleppverband um 15.30 wohlbehalten in Stettin beim Akademischen Seglerverein (AZS) an. Die Durchfahrt unter der Eisenbahnbrücke kurz vor Stettin (Ostoder) ist wegen Bauarbeiten gesperrt, nur der äußerste Weg unter der Klappbrücke könne wohl befahren werden, sei aber niedriger (Information aus dem Segeln Forum). Um kein Risiko einzugehen, da rechtzeitiges Aufstoppen und Wenden in der Strömung bei zu niedriger Durchfahrtshöhe mit einem geschleppten Boot wohl kaum möglich ist, schleppen wir die Maya mit einem Umweg über die Stadt und den Hafen zum AZS. Der Hafenmeister kann schnell und unbürokratisch einen Mechaniker organisieren, der kurz darauf das Problem in Augenschein nimmt und verspricht, mit einem entsprechenden Ersatzteil am nächsten Morgen wiederzukommen.

Abends treffen wir uns im AZS mit unseren Freunden Ula und Robert, es wird eine fröhliche Runde im „Club“ des AZS, einem großen Zelt.

Sommer auf dem Haff

Entspanntes Sommersegeln auf dem Stettiner Haff

Mittwoch 27.07.

Wir können den Mast um 09.00 Uhr stellen, danach ziehen wir Maya an den Kran, auch deren Mast kann schnell gestellt werden, und der Mechaniker kommt wie versprochen mit einer neuen Hardyscheibe (aus einer Autowerkstatt) und baut das Teil ein, so dass wir um 14.00 nach Auftanken in See stechen können. Heutiges Ziel ist Stepnica, wo wir um 17.30 ankommen. Der überwiegende Teil des Weges über den Dammschen See und die Ausfahrt Richtung Stettiner Haff kann gesegelt werden. In Stepnica sind genügend Liegeplätze vorhanden, ein großes Fischrestaurant am Hafen hat Sitzplätze für alle.

Donnerstag 28.07.

Heutiges Ziel ist Ückermünde, genauer gesagt die Lagunenstadt. Wir legen um 09.15 ab und segeln gemächlich über das Haff bis ca 1 sm vor den Hafen, wo wir dann mangels Wind die Segel streichen. Um 16.30 kommen wir an, die Kinder springen ins Wasser, und wir essen an einem der Strandrestaurants gemeinsam zu Abend.

Freitag 29.07. und Samstag 30.07.

Heute steht nur ein kurzer Schlag nach Mönkebude an. Ablegen um 10.00, Ankunft um 12.00, genügend Zeit zum Baden, Chillen und Wäsche waschen…

Wir bleiben auch den Samstag noch im Hafen in der Hoffnung, dass die bestellte Seewasserpumpe noch ankommt. Sie wurde von SVB am Montag der DHL übergeben, leider war es nicht möglich, dieses Ersatzteil bis zum Ende der Woche zuzustellen. Wie sich später herausstellt, sollte dies noch eine weitere Woche dauern…

Wechselhaft

Die Hälfte der Crew chillt im Cockpit

Sonntag 31.07.

Frühes Ablegen um 06.30, da wir die Brückenöffnung in Zecherin um 08.45 schaffen wollen. Der Grund für das frühe Ablegen ist aufkommender Nebel, wir hoffen, dass wir das Ziel dennoch erreichen können. Zwischenzeitlich ist die Sicht so schlecht, dass die vorausliegenden Tonnen nicht mehr oder erst im letzten Moment sichtbar sind. Kurzzeitig wird erwogen, die Fahrt abzubrechen, aber dann lösen sich die Nebelfelder wieder auf, und wir können die Engstellen in der Passage nach Karnin bei guter Sicht passieren. Hier wäre ein Radar ganz hilfreich gewesen…

Das Achterwasser wird anfangs unter Motor, dann ab Tonne 78 bei leichtem Wind unter Segeln durchfahren. Wir landen bereits um 12.00 Uhr in Krummin.

Montag 01.08.

Heute ist tatsächlich Flaute, so dass die Segel erst gar nicht ausgepackt werden. Ablegen um 10.30, Brücke Wolgast um 12.45, Ankunft in Freest um 14.30 im Nieselregen. Das Cockpitzelt wird flugs aufgebaut, so dass wir wenigstens im Trockenen sitzen. Wir sind wieder im Werfthafen gelandet, allerdings ist die Atmosphäre nach dem vorzeitigen Ableben der Chefin nicht mehr die Gleiche. Im Hafen wird alles für das Hafenfest vorbereitet. Leider hat sämtliche Gastronomie am Montag zu, so dass sich vor dem Pizzaautomat am Hafen eine lange Schlange bildet. Wir kochen daher auf den Booten.

Sonne und Wind

Das obligatorische Greifswalder Bodden Blisterbild

Dienstag 02.08.

Abfahrt um 10.00, Ziel ist Gager. Nach Passieren der Knaakrückenrinne können die Segel gesetzt werden, bei zunächst 2-3 Bft und dann abflauendem Wind können wir immerhin bis kurz vor die Einmündung des Fahrwassers nach Gager segeln. Um 14.00 legen wir an Heckbojen an der Nordpier an. Nachmittags laufen wir über die Hügel nach Groß Zicker zu einem sehr guten Fischimbiss.

Am Mittwoch bleiben wir im Hafen, da noch ein Ausflug nach Göhren zum Baden und Einkaufen ansteht. Hier fahren wir zunächst mit der Zahnradbahn von der Bushaltestelle zur „Oberstadt“ zum Supermarkt, um sodann nach dem „Abstieg“ den Tag am Strand zu verbringen.

Donnerstag 04.08.

Wir sprechen morgens noch kurz mit dem neuen Betreiber des Yachthafens, er ist mit Frau und Kind auf seinem Traditionsschiff angekommen und erzählt von den Plänen, die er mit dem Hafen hat. U.a. sollen neue Stege ins Hafenbecken eingebracht werden, um die Anzahl an Liegeplätzen zu erhöhen. Mal sehen, wie sich Gager in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Heute segeln wir alleine weiter, da die Freunde nach Sassnitz fahren, um einen ihrer Söhne auf die Fähre nach Schweden zu setzen (er ist zu einem Feriencamp dort verabredet). Wir verabreden uns für die nächsten Tage auf Hiddensee.

Ablegen um 10.00, mit gemütlichem Segeln unter Blister und Groß den Greifswalder Bodden bis nach Neuhof. Dort kommen wir um 16.00 Uhr an und gönnen uns erst ein opulentes Essen im Hafenrestaurant, und später noch ein großes Eis – so muss Urlaub! Am Steg treffe ich noch Karsten aus Berlin, er hat sein Boot hier zu liegen und macht dort „Boat Office“.

Abends Gewitter und Regen, mit heftigen Schauerböen. Das Cockpitzelt kommt wieder zum Einsatz.

Freitag 05.08.

Wir verholen nach Stralsund, bei bestem Sonnenschein und Windstille. Passage der Ziegelgrabenbrücke etwas verspätet um 12.00 (es wurde noch auf einen Zug gewartet), kurz darauf Anleger in der City Marina.

Nachmittags werden die dringendsten Einkäufe erledigt, Mathilda deckt sich mit neuen Büchern ein, da sie die mitgenommenen Bücher bereits ausgelesen hat.

Am selben Steg liegt eine Drabant 30, deren Eigner uns interessiert anspricht. Abends erhalten wir die Nachricht unserer Freunde, dass der betagte Vire-Benziner ihrer Delanta auf der Rückfahrt von Sassnitz offensichtlich einen kapitalen Motorschaden hat, und sie von der DGZRS abgeschleppt werden mussten. Sie landen in Lauterbach. Es stellt sich später heraus, dass die Pleuelstange fest ist, kurzerhand wird der Motor ausgebaut und mittels Mietwagen nach Flensburg zur Reparatur gebracht.

Angekommen

Karibisches Feeling in Hiddensee

Samstag 06.08.

Es hat mächtig aufgebrist, W 4-5, mit Böen 6. Wir wollen nach Hiddensee, und werden von einigen Skippern beäugt, ob wir auch wirklich losfahren. Noch in der Box lege ich das zweite Reff ein, und die Crew bekommt Rettungswesten verpasst. Um 09.30 legen wir ab, und segeln mit ordentlich Druck Richtung Hiddensee. Zwischendurch wird die Rollreffgenua noch etwas eingerollt, da der Ruderdruck zu hoch wird. Wir kommen um 12.30 in Vitte Langer Ort an, und bekommen auf Anhieb eine freie Box – das ist uns noch nie passiert. Wir bezahlen gleich für 5 Tage.

Das Gefühl des Ankommens auf Hiddensee ist unbeschreiblich, uns gefällt es hier wieder einmal sehr gut. Der Hafen ist neu bewirtschaftet, mit Café und Pizzabude wurde dem vordem etwas verschnarchten Ambiente neues Leben eingehaucht. Abends spielt ein Folkgitarrist, und wir verbringen unbeschwerte Ferientage mit Softeis, Baden im kristallklaren Wasser ohne Algen und Quallen, Essen in diversen Lokalitäten, Kino (Ostwind 5), Konzert einer Silly-Coverband etc. Ich treffe noch eine Berliner Arbeitskollegin.

Abendsause im Hafen

Rückreise

Frühstück unterwegs

Donnerstag 11.08.

Heute müssen wir leider wieder den Rückweg antreten. Bei sehr wenig Wind legen wir um 8.30 ab. Zwischenzeitlich versuchen wir zu segeln, müssen diesen Versuch aber alsbald aufgeben. So wird die Fahrt größtenteils unter Motor absolviert, und wir sind gegen 12.00 wieder in Stralsund.

Freitag 12.08.

Wir wollen weiter und möglichst in die Peene. Die Ziegelgrabenbrücke passieren wir um 08.20, danach kreuzen wir den Strelasund bei Ostwind 2-3 Bft auf. Bei der Einmündung in den Bodden frischt der Wind auf 4-5 Bft auf. Eine weitere Kreuz bei der Welle würde den Segeltag in die Länge ziehen, mittlerweile hungrig und etwas müde laufen wir deshalb Lubmin an, welches wir anliegen können und wir um 16.00 Uhr erreichen.

Abends können wir noch mit etwas Überredung im Hafenrestaurant einen Tisch ergattern, so dass wir doch noch zu einer warmen Mahlzeit kommen.

Samstag 13.08.

Bei wieder abgeflautem Wind legen wir um 08.30 ab, um die Brücke Wolgast zu 12.45 zu erreichen. Wir müssen leider kreuzen, was die Segelstecke verlängert. Bei der Einfahrt in die Peene wird klar, dass die Brückenöffnung wohl kaum mehr zu schaffen ist. Da die Seewasserpumpe mittlerweile stark leckt und daher der Motor zu wenig Kühlwasser bekommt, kann ich nicht mehr Vollgas fahren. Wir verpassen die Brücke um 10min und legen bei der Yachtwerft Horn an, wo wir fünf Stunden auf die Brückenöffnung warten müssen. Um 19.45 erreichen wir dann nach genüsslichem Feierabendsegeln durch das Achterwasser Krummin, und stürzen uns sogleich hungrig auf das sehr gute Abendessen.

Damenwache

Wartungsstop

Mit List und Tücke wird die Riemenschreibe ab- und wieder angeschraubt

Sonntag 14.08.

Heutiges Ziel ist Mönkebude. Wir können ab 08.30 die Strecke bis nach Zecherin gut segeln, z.T. allerdings mit wenig Wind. Wir kommen dennoch rechtzeitig an, so dass wir noch für eine Stunde ankern müssen, um 12.45 kann die Brücke passiert werden, um 15.30 kommen wir in Mönkebude an.

Bei der Hafenmeisterin kann ich die lang ersehnte Seewasserpumpe in Empfang nehmen. Sie wird sogleich eingebaut, nach einigen Versuchen gelingt es, die alten Schrauben zu lösen und die neue Pumpe auch richtig herum einzubauen…. Nun steht der Heimfahrt über die Kanäle nichts mehr im Wege. Abends rufen unsere Freunde an. Sie haben den Motor zwischenzeitlich repariert bekommen und wieder eingebaut, und wollen morgen aus Lauterbach zu uns kommen. Wir legen daher einen Hafentag ein und warten, damit wir gemeinsam zurückfahren können.

Dienstag 16.08.

Wir legen um 08.30 bei Flaute ab. Erstes Tagesziel ist Ückermünde zum Tanken. Nachdem dies erledigt ist, versuchen wir bei sehr leichtem achterlichem Wind unter Blister zu segeln, leider müssen wir das bald aufgeben, denn das Vorsegel will nicht stehen. Nachmittags kommt dann noch etwas Wind auf, so dass wir Richtung Ziegenort segeln können. In der Einfahrt nach Stettin ist der Wind allerdings wieder weg, so dass wir den Rest der Strecke motoren müssen. Wir werden von Vereinskamerad Torsten und Begleitung überholt, wir werden ihn später in Oderberg noch einmal treffen.  Um 18.00 sind wir wieder im AZS, Termin fürs Mastlegen wird für den Folgetag um 10.00 ausgemacht.

Canale Grande

Juniorskipperin mit Trööte

Mittwoch 17.08.

Mast legen um 09.30, nach Tanken und Warten auf die Freunde, die nach uns dran sind, können wir um 12.00 Uhr los. Dieses Mal fahren wir durch die Eisenbahnklappbrücke, und die Durchfahrt ist gerade so möglich (das Schild sagt zwar 2.70m, aber da die Oder mindestens 30cm weniger Wasser führt, dürften es in Wahrheit 3.00m oder mehr sein). Das durch eingeleitete Abwässer verursachte massive Fischsterben können wir aus nächster Nähe miterleben, wenngleich offensichtlich eine große Menge von Fischkadavern bereits aufgesammelt wurde. Es treibt jedoch eine größere Menge tote Schnecken und Muscheln an der Oberfläche.

Wir erreichen ohne Zwischenfälle Garz, wo der obligatorische Eisstopp eingelegt wird. Da wir nach Hause wollen ist das Tagesziel Oderberg, welches wir nach Passieren der Schleuse Hohensaaten im Dunkeln gegen 21.00 Uhr erreichen. Die Fahrt von der Schleuse Hohensaaten nach Oderberg ist bei Dunkelheit spannend, der Bordscheinwerfer leistet gute Dienste beim Auffinden der Tonnen. Wir haben Glück und können am Kopfsteg bei gerade noch ausreichender Tiefe festmachen. Wir treffen Vereinskamerad Torsten wieder und bekommen sogar noch ein frisch gezapftes Bier!

Donnerstag 18.08.

Heute wird durchgeknüppelt. Abfahrt um 8.45, können wir sowohl das Schiffshebewerk wie auch die Schleuse Lehnitz mit nur geringer Wartezeit passieren. Leider hat die Schleuse Spandau wegen Niedrigwasser geschlossen, so dass ein Umweg über die Schleusen Plötzensee und Charlottenburg erforderlich wird. Dies ist jedoch heute nicht mehr zu schaffen, die Crew mustert daher im Altstadthafen Spandau ab und wird von Opa Bernhard mit dem Auto abgeholt.

Ich fahre alleine weiter und mache am oberen Warteplatz der Schleuse Plötzensee gegen 20.30 Uhr fest, als das Signal auf Grün schaltet und ich diese Schleuse noch hinter mich bringen kann. Die Nacht verbringe ich dann am unteren Warteplatz der Schleuse, nachts regnet es heftig.

Freitag 19.08.

Um 05.45 fahre ich weiter zur Schleuse Charlottenburg, hier muss ich allerdings 30 Minuten warten, und erreiche um ca. 07.30 die Seglervereinigung Havel.

Später am Tag, nach Aufräumen und Putzen, kann ich mit Hilfe von Clubkameraden den Mast wieder stellen, und fahre mit der S-Bahn nach Hause.

Fazit

Bingo !

Der diesjährige Sommertörn stand unter dem Motto „So langsam wie möglich halb rum um Rügen“. Die zur Verfügung stehende Zeit hätte zwar eine längere Reise möglich gemacht, aber Strecke machen war nicht das vordringliche Ziel der Reise. Insbesondere sollten auch bislang nicht besuchte Häfen angesteuert werden, und ein längerer Aufenthalt auf Hiddensee war Pflichtprogramm. Die Gesamtstrecke See betrug 279sm, davon 147sm unter Segel und 132sm unter Motor, und zusätzlich wurde die Hin- und Rückfahrt von Berlin nach Stettin im Binnenbereich unter Motor zurückgelegt.

Bis auf den erforderlichen Ersatz der Seewasserpumpe gab es keinerlei technische oder nautische Probleme. Der neue Kühlschrank funktionierte sehr zufriedenstellend, und das neue Vorsegel bewährte sich ebenso. Insgesamt also ein sehr erfolgreicher Törn!

Nachtrag: Die Juniorskipperin hat auf dieser Reise zehn (!) Bücher gelesen, und sich damit für den Sonderpreis „Segelnder Bücherwurm“ qualifiziert…